Dear Diary
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Pure Vernunft darf niemals siegen.
Wir brauchen dringend neue Lügen,
die uns durch Universum leiten
und uns das Fest der Welt bereiten,
die das Delirium erzwingen
und uns in schönsten Schlummer singen,
die uns vor stumpfer Wahrheit warnen
und tiefer Qualen sich erbarmen,
die uns in Bambuskörben wiegen.
Pure Vernunft darf niemals siegen.

Pure Vernunft darf niemals siegen.
Wir brauchen dringend neue Lügen,
die uns den Schatz des Wahnsinns zeigen
und sich danach vor uns verbeugen
und die zu Königen uns krönen
nur um uns heimlich zu verhöhnen
und die uns in die Ohren zischen
und über unsere Augen wischen,
die, die die uns helfen wollen bekriegen.
Pure Vernunft darf niemals siegen.




Ich gehe weiter. Fort von hier. Fort von dem Umfeld, das mich damals krank gemacht hat. Fort von dem Halt, den ich mir hier aufgebaut habe. Fort von allem Bekannten. Ich verschwinde nicht, aber ich gehe weiter. Mein Glück woanders versuchen? Eher nicht. Ich suche kein Glück, keine Berufung, keine Selbstverwirklichung. Eigentlich suche ich gar nicht. Ich gehe nur dorthin, wo es mich hinzieht. Ich gehe dorthin, wo ich leiden und schaffen verbinden kann. Ob ich dabei glücklich sein werde, zufrieden? Wer weiß. Ich weiß nur, es wird schwer, sehr schwer. Aber ich weiß, dass das Leben immer wieder offene Türen bereithält. Die Tür, aus der ich bald hinausgehen werde, bleibt zum Beispiel offen. Andere verschließe ich für immer. In anderen Türrahmen bleibe ich ständig stehen. Gehe nicht rein, nicht raus. Die Tür zwischen Vernunft und Unvernunft ist so eine Schwelle, an der ich hängen bleibe. Mal zieht es mich mehr auf die eine, mal mehr auf die andere Seite. Mal gehe ich sogar Schritte in die eine oder andere Richtung, aber immer bleibe ich dazwischen.

Ich lasse viel los mit meinem Weggehen. Aber eines nehme ich immer mit.

Türen erwarten mich. Manche lassen sich leicht öffnen, manche gar nicht. Zu anderen finde ich den Schlüssel erst nach Jahren. Manche schließe ich sofort nach dem Öffnen wieder.
Türen verlasse ich. Manche, durch die ich immer wieder in eine Welt gekommen bin, in der ich mich wohlfühlte. Manche, zu denen mir der Schlüssel immer noch fehlt.


Wenn ich über die letzte Türschwelle getreten bin, sehe ich eine holprige, steinige, aber vielfältige Landschaft mit Bergen und Tälern. Ich begebe mich auf eine lange Wanderung. Aber ich kann immer wieder zurück.





Pure Vernunft darf niemals siegen.
Wir brauchen dringend neue Lügen,
die unsere Schönheit uns erhalten,
uns aber tief im Inneren spalten.
Viel mehr noch, die uns fragmentieren
und danach zärtlich uns berühren
und uns hinein ins Dunkel führen,
die sich unserem Willen fügen
und uns wie weiche Zäune biegen.
Pure Vernunft darf niemals siegen.


Wir sind so leicht, dass wir fliegen.
Wir sind so leicht, dass wir fliegen.
Wir sind so leicht, dass wir fliegen.
Pure Vernunft darf niemals siegen.

23.6.10 01:03


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